Dreizehnte Station: Die Schlucht von Verdon III (Wanderung zum Aussichtspunkt von Rancoumas)
Nach unserer gestrigen Wanderung im
Canyon waren die Füße noch nicht wandermüde und wir wollten noch
mehr tolle Wanderwege erleben. Unser Wanderführer enthielt noch die
Wanderung zum „Aussichtspunkt von Rancoumas“, angegeben mit einer
Dauer von 3 Std. hin und zurück. Wir benötigten natürlich länger
und so gestaltete sich schon der Aufstieg über 2 Std. recht
anstrengend. Aber wir waren vom Ehrgeiz gepackt und wollten den
angepriesenen Aussichtspunkt unbedingt erreichen. Mal wieder steckten
wir mitten in einer „Eigenschweißtherapie“, die aber um so mehr
auf dem Gipfel belohnt wurde. Annika hatte richtig Lust mit uns das
Ziel zu erreichen und so marschierte sie mit uns die zwei Stunden den
Berg hinauf ohne zu Murren. Der Weg benutzte den alten
Herdenauftriebspfad im Unterholz und gipfelte im beeindruckenden
Aussichtspunkt von Rancoumas gegenüber der Escalès (senkrechte
Felswände).
Bevor der schweißtreibende Aufstieg
begann, überquerten wir die Brücke von Tusset, eine alte
Römerbrücke. Sie besteht aus einem einzigen Bogen und überspannt
das türkisblaue Wasser des Verdon. Nach dem langen Aufstieg (auf dem
wir uns kurzzeitig verliefen, aber dennoch das Ziel fanden)
erreichten wir den Aussichtspunkt 390 m über dem Verdon. Wie auf
einem Balkon steht man an einer natürlichen Brüstung und blickt
hinab in die schwindelerregenden Tiefen des Canyons. Über uns und im
gesamten Tal kreisten Adler in der Luft – es war einfach ein
atemberaubender Ausblick aus dieser Höhe und vor allem so nah an
einer vertikalen Felswand. Genau unser Geschmack! Ich glaube hier
hatte ich dann spätestens meine Herz an diese Region verloren.
Natürlich der perfekte Ort um wieder zu picknicken und den Moment in
uns aufzusaugen. Wir hoffen einfach, dass wir uns noch lange an
Momente wie diesen erinnern werden.
Auf dem Rückweg schlugen wir dann auch
den richtigen Weg ein und liefen zurück ins Tal, über die Brücke
von Tusset, zum Auto. Hier gibt es übrigens auch einen schönen,
wenn auch überlaufenen Aussichtspunkt, den Point Sublime. Hier
starten auch einige andere Wanderungen, u.a. der Martelpfad den wir
von unserem Aussichtspunkt auf der Felswand erspähten und der tief
unten im Samsonkorridor direkt am Verdon verläuft. Nach dieser
tollen Wanderung mussten wir jedoch noch unsere Vorräte auffüllen
und fuhren noch nach Castellan in den einzig größeren Supermarkt
der gesamtem Umgebung. Kurz vor Ladenschluss verließen wir, versorgt
für die nächsten Tage, das Geschäft und es wurde langsam dunkel.
Da unsere Tankanzeige spinnt, wissen wir teilweise nicht wie viel
tatsächlich noch im Tank ist und wie weit wir damit kommen, also
tankten wir auch nochmal voll. Das war auch echt gut, denn bis zum
Campingplatz am anderen Ende des Verdoncanyons hätten wir es wohl
nicht mehr geschafft. Somit gab es für die Kinder Abendbrot im Auto,
schließlich hatten wir den ganzen Wagen voller Lebensmittel.
Inzwischen war es dunkel und wir mussten noch den ganzen Canyon
zurückfahren bis zum Lac Sainte Croix. Da Matthias wie ein junger
Gott fährt, kamen wir sicher wieder an und sahen an der Straße
sogar noch ein Reh und ein Wildschwein. Was für ein toller Tag!























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