Dreizehnte Station: Die Schlucht von Verdon V (Weg Blanc Martel)


Bevor wir wieder die Wanderschuhe schnürten, fuhren wir heute auf der anderen Seite der Verdonschlucht eine weitere Höhenstraße entlang und erhaschten auch hier wieder atemberaubende Ausblicke in den Canyon.









Nach zwei Tagen ohne Wandern (bis auf den kleinen Aufstieg zur Kapelle Moustiers-Saint-Marie) wollten wir nun (22.09.2017) wieder wandern gehen und suchten uns im Wanderführer die Wanderung des Blanc Martel heraus. Bereits vom Point Sublime, als wir zum Ausblick von Rancoumas gelaufen sind, hatten wir im Tal den Einstieg in den Wanderweg gesehen. Da der Weg nicht sonderlich beschwerlich und gut mit dem PKW zu erreichen ist, laufen ihn auch entsprechend viele Leute, so dass wir schnell einsahen hier keine einsame Wanderung machen zu können. Aber wir hatten trotzdem große Lust auf die Tour, denn sie soll einer der schönsten in der Verdonschlucht sein. Diese Wanderung ist ein Klassiker der Schluchten geworden. Bald über Balkons, bald am Flussbett entlang, schmiegt sie sich an den Verlauf des Verdon. Ein Teil des Weges führt auch durch zwei der sieben in den Fels getriebenen Stollen. Daher ist eine Taschenlampe (oder Handyleuchte) unerlässlich, da die Tunnel 670 m und 110 m lang sind und keinerlei Beleuchtung in ihnen angebracht ist. Noch kurz zur Geschichte, der Weg trägt den Namen des Höhlenforschers E-A. Martel, der im Jahre 1905 als erster den Canyon durchquerte. Jedoch wurde 1902 begonnen ein Wasserkraftwerk am Ausgang des Canyons zu bauen, weshalb die Stollen in den Fels getrieben wurden. Der Weltkrieg hat das Projekt jedoch endgültig unterbrochen und nun kann man die Stollen teilweise als Wandertunnel benutzen.
























Wir hatten jedoch unseren Spaß in den Tunneln, auch wenn Matthias teilweise mit der Lampe spielte und ich mich in völliger Dunkelheit in einem Felsen nicht ganz wohlfühlen kann... ;-) Aber das geht sicherlich den meisten so. Annika fand es witzig. Wir entdeckten auch waghalsige Klettertouren an Überhängen, die sicherlich nur echte Profils klettern können. Nach den beiden Tunneln (ca. 30 Minuten Wanderweg) waren wir langsam wieder alleine, da die meisten hier wieder umkehrten. Wir liefen weiter und genossen den herbstlichen Weg, denn viele der Büsche und Bäume trugen schon gelbe und orange Blätter. Insgesamt kann man hier eine Wegstrecke von 6-7 Stunden zurücklegen, was wir jetzt natürlich nicht machen konnten. Aber da der Weg nicht sonderlich gefährlich ist, könnte man das in ein paar Jahren sicherlich wagen. Denn wir werden auf jeden Fall irgendwann wieder in die Schlucht von Verdon fahren. Nach schätzungsweise weiteren 30 Minuten Wanderung drehten wir um und kehrten zum Auto zurück.  

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