Neunte Station: Die Pyrenäen III (Cirque de Gavarnie)


Nach unserer zweiten großen Wanderung in diesem fantastischen Gebirge, wollten wir es nun (29.08.2017) etwas ruhiger angehen lassen und folgten dem Tipp der Touristeninformation uns den Cirque de Gavarnie anzuschauen. Cirque werden in den Bergen (nahezu) kreisförmige Berglandschaften genannt. Zusammen mit dem Cirque d´Estaube und den Cirque de Troumouse lässt sich hier eine beeindruckende Landschaft in Form dieser Felsenkessel vorfinden. Das sieht natürlich mal wieder die halbe Welt so und daher sind wir wieder mal einer Touristenfalle zum Opfer geworden. Denn wenn die Hotelnamen schon auf japanisch geschrieben werden, ist alles zu spät... Hatte ich nicht in einem früheren Blog mal geschrieben wie günstig die Parkgebühren in Frankreich sind? Pustekuchen, das hat sich auf unserer Strecke gen Süden anscheinend geändert.

Jedenfalls hatten wir keine Lust auf viele Menschen und stiefelten daher einfach den nächstbesten Waldweg hoch, denn wenn wir schon über eine Stunde Anfahrtsweg hatten, sollte sich der Aufwand wenigstens wandertechnisch lohnen. Auch wenn wir nicht wussten, wo uns der Weg hinführte, ob es ein Rundweg war oder wir die selbe Strecke wieder zurück laufen mussten, war es dennoch schön. Wir liefen an der Notre-Dame des Neiges, einer weißen Madonnafigur, vorbei und einfach immer weiter ins benachbarte Tal hinein. Auf den Schildern erkannten wir, dass wir einen Teil des Jakobsweges liefen und wir freuten uns sehr darüber. Denn irgendwie haben Matthias und ich im Hinterkopf irgendwann einen Fernwanderweg zu laufen, vielleicht auch den Jakobsweg. Die weiße Notre Dame soll den Pilgern sicherlich ebenfalls als Symbol und Wegweiser dienen. Unser Weg führte uns in einen Buchenwald und nahm jedenfalls keine prägnanten Aussichtpunkte o.ä. mit, so dass wir unsere Rast dieses Mal einfach am Wegesrand machten. Es war jedenfalls sehr beeindruckend neben dieser riesigen Felswand entlang zu laufen. Auf dem Rückweg gingen wir noch hoch zur Notre Dame und genossen von dort den Ausblick ins Tal.











Mittlerweile hatten die Touristenströme auch das Tal verlassen, aber da es langsam dämmerte, schauten wir uns den Cirque de Gavarnie nicht genauer an, sondern fuhren zurück zum Campingplatz. Alles in allem ein schöner Tag, wenn auch anders als erwartet. Merke: man sollte vielleicht die Touri-Info meiden, wenn man keine ausgetretenen Pfade laufen möchte. Uns ist es bisher schon mehrfach passiert, dass die Leute uns unterschätzen wenn wir nach Wandermöglichkeiten in der Region fragen. Da wir ja mit zwei kleinen Kindern unterwegs sind, denken viele wir wollen einen kinderwagenfreundlichen Nachmittagsspaziergang machen und keine tagfüllende Wanderung auf schmalen Pfaden. Kann man ihnen ja auch nicht übel nehmen, doch für uns heißt es, dass wir mehr auf eigene Faust erkunden werden. Und morgen bleiben wir dann in „unserem“ Tal. Denn das Val d' Estaing hat noch so viele Wanderwege zu bieten, dass wir womöglich noch wochenlang wandern könnten ohne einen Weg auch nur zweimal zu laufen.





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