Neunte Station: Die Pyrenäen V (La Grotte de Gargas)
An unserem letzten Tag in den
französischen Pyrenäen, bevor es weiter nach Andorra geht, wollten
wir die Wanderschuhe mal nicht weiter strapazieren, sondern uns auf
eine Zeitreise in die Steinzeit begeben... Hier in der Gegend gibt es
viele Grotten und Höhlen, einige davon auch mit Höhlenmalereien.
Für mich war es ein Herzenswunsch eine dieser Höhlen mit Spuren von
Menschen von vor so vielen tausenden Jahren einmal zu besuchen und so
entschieden wir uns für die Grotte de Gargas. Diese Grotte ist
bekannt für ihre 27.000 Jahre (!!!) alten Handabdrücke und
Malereien/ Einritzungen von Tieren. Ich finde dies ist eine
unbegreifliche Zahl und weckt in mir eine große Neugierde einen
solchen Ort zu besuchen. Annika war natürlich auch begeistert und so
nahmen wir die fast zweistündige Anfahrt in Kauf. Zum Frühstück
gab es aber erstmal Joghurt mit unseren gepflückten Brombeeren vom
Vortag. Und da wir unsere Führung erst für 17 Uhr reservieren
konnten, entspannten wir am Vormittag mit allerlei Spielen.
Und was soll ich sagen – die Höhle
war wirklich beeindruckend. Leider gab es zwei Schwachpunkte, zum
einen werden die Führungen nur auf Französisch angeboten,
Fotografieren ist gänzlich untersagt (auch nicht, wenn man ohne
Blitz fotografiert) und Matthias musste mit Jakob leider die Höhle
vorzeitig verlassen, da Jakob sich nicht beruhigen ließ... Ist aber
auch verständlich in einen dunklen kalten Höhle. Also nahm ich mit
Annika alleine an der Führung teil und war mal wieder froh um meinen
Französischkurs, den ich vor der Reise am Institut Francais in
Leipzig belegt hatte. Denn das sicherte mir ein gutes Verständnis
der vielen Erklärungen. Vom Prinzip empfand ich die Höhle wie einen
breiten horizontalen Spalt im Fels, der im hinteren Bereich
anscheinend sakrale Plätze und im vorderen Teil das Foyer
(Wohnbereich) enthielt. Besonders spannend sind die vielen hundert
Handabdrücke von Männern, Frauen und Kindern, die überall in der
Höhle verteilt sind, denn ihnen fehlen teilweise Fingerglieder. Die
Archäologen und Forscher sind sich natürlich uneinig warum das so
ist und es gibt mehrere Theorien. Zum einen könnten in einer
rituellen Handlung die Fingerglieder entfernt worden sein,
andererseits könnte es auch eine frühe Form von Schrift/Sprache
oder auf eine Krankheit/Seuche zurückzuführen sein. Da knapp 27.000
Jahre zwischen uns und den Höhlenbewohnern von Gargas liegen, wird
es wohl nie jemand herausfinden. Aber es war spannend anzuschauen und
definitiv einen Besuch wert. Wer mehr darüber wissen möchte, schaue
gerne hier https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hle_von_Gargas
oder hier http://www.grottesdegargas.fr/.









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