Fünfzehnte Station: Genfer See VII (Chateau d' Allinges)


An diesem Vormittag regnete es leider, so dass wir es uns im Wohnwagen gemütlich machten und gemeinsam mit Annika einen Trickfilm schauten. Eigentlich wurde das längst mal Zeit und so saßen wir alle vier auf dem Bett und schauten Film. Jakob schlief nach einer Weile ein und machte süß neben uns liegend seinen Mittagsschlaf.


Unsere herbstliche Wanderung war aber schon wieder ein paar Tage her und als der Regen aufhörte, juckte es uns in den Füßen endlich wieder die tollen Landschaften wandernd zu erkunden, so dass wir uns für das Chateau Neuf und Chateau Vieille bei Allinges entschieden. Der Ort ist nur einen Katzensprung von Thonon-les-Bains entfernt und hoch über ihm thronen die Ruinen der beiden Chateaus auf einem Hügel. Hier führte ein Rundweg hinauf und wieder herunter, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Auch hier hat der Herbst mittlerweile Einzug gehalten und bescherte uns einen nasskühlen, aber sehr bunten Herbstwald mit Unmengen an Kastanien auf dem Waldboden. Da aber mittlerweile wieder die Sonne schien, war es angenehm warm und die Herbstfarben kamen so richtig zum Strahlen.












Oben angekommen, erwarteten uns die mittelalterlichen Ruinen zweier Chateaus die sich über viele Jahre ständig bekriegt hatten und dass obwohl sie nur 150 m auseinander liegen. Zwischen 1285 und 1355 lieferten sich die beiden Häuser einen unerbitterlichen Krieg um die Vorherrschaft der Savoie. Hierfür wurden meterdicke Mauern errichtet und tiefe Burggräben gegraben. Zaunsfehden gab es also schon im Mittelalter... Unglaublich, aber wahr. Heutzutage erinnern nur noch einige wenige dicke Wandstücke an das gegenseitige Aufrüsten. Wir wanderten jedenfalls durch die Ruinen und waren fasziniert vom wunderschönen Ausblick auf den Genfer See und die umliegenden Berge. Auch haben wir uns vorgestellt wie unbebaut und voller Wälder diese Gegend noch zu Zeiten der bewohnten Chateaus gewesen sein muss. Ob die Bewohner dass bei ihren jahrelangen Kriegen überhaupt genießen konnten? Zu unserer Zeit können wir das jedenfalls und so genossen wir die warme Herbstsonne und blickten in die Ferne.













Am Abend gönnten wir uns ein Schmeckerchen und gingen zum Abendessen ins „Shangai“, ein asiatisches Buffetrestaurant wo man zum Pauschalpreis futtern kann bis zum Umfallen. Eigentlich wollten wir es uns für den letzten Abend aufheben, aber wir hatten so sehr Appetit auf asiatisches Essen, dass wir nicht widerstehen konnten. Zuvor hatten wollten wir uns eigentlich nur etwas die Zeit vertreiben, landeten aber bei Decathlon und kauften diesmal für Annika kräftig ein. Somit kann ich nun mit ihr im Partnerlook gehen hinsichtlich unserer Wanderklamotten (Bilder folgen). Auch Winterstiefel und Halbschuhe, alles natürlich waterproof, wanderten in die Einkaufstasche. Immer diese Impulskäufe... Nun war es aber Zeit zum Essen und wir mampften was das Zeug hielt. Ein großes Buffet bot von Sushi, über Garnelen, gebackenes Fleisch und Fisch, frische und frittierte Nem und Salate einfach alles was das Herz begehrt. Auch konnte man sich frisches Gemüse und Garnelen, Fleisch oder Fisch direkt im Wok mit leckeren Saucen anbraten lassen. Das Nachspeisenbuffet war auch nicht zu verachten und so aßen wir weitaus mehr als unser Hunger hergab, aber es war auch alles super lecker. Da war jedenfalls mit Abstand das üppigste Mal auf unserer Reise, denn die letzten Wochen haben wir eigentlich eher kleine Portionen gegessen. Ganz nach unserem neuen Motto „Sport und FDH“... ;-) Nun ja, nach diesem oppulenten Mal ist das wohl erstmal hinfällig, aber wir sind ja im Urlaub. Ach nein, es heißt ja Reise!



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